QUALITÄTSICHERUNG – PASSIVHAUSPROJEKTIERUNGSPAKET (PHPP) Einführung
In Passivhäusern lebt mensch ganz „normal“. Sind sie einmal richtig gebaut, erweisen sie sich in der
Nutzung als einfach zu bedienen und als gutmütig reagierend – der „Sandkorn im Getriebe – Effekt“
bleibt im allgemeinen aus.
Im Gegenteil treten viele unangenehme Erscheinungen, wie sie von anderen Gebäuden bekannt sind,
nicht mehr auf: keine Probleme mit Schimmelpilzen und Tauwasser, keine ungemütlich kalten Fenster
und Wände, keine Zugerscheinungen, immer frische Luft. Eine Verbesserung des Dämm- und Bau-
standards bewirkt auch eine spürbare Verbesserung des Nutzerkomforts.
Damit ein Haus in Hinsicht auf Gestaltung, Erschließung, Grundrissen usw. funktioniert, ist der Archi-
tekt als Planer gefragt.
Damit es auch ein Passivhaus wird, muss es eigentlich darüber hinaus „nur“ noch entsprechend inzwi-
schen sehr genau definierter technischer Richtlinien geplant und gebaut werden. Allerdings ist das mit
einigen Besonderheiten verbunden, denn der technische Standard Passivhaus lässt sich mit Baukon-
struktionen, haustechnischen Anlagen und Planungsmethoden von der Stange nicht erreichen.
· Hinsichtlich Wärmedämmung, Wärmebrückenfreiheit und Luftdichtheit sind oft neuartige Baukon-
struktionen mit teilweise neuen Baustoffen / Bauteilen erforderlich.
· Die haustechnischen Anlagen, insbesondere die Lüftungsanlage und ihre Wärmerückgewinnung
müssen eine hohe Effizienz haben und sehr hochwertig ausgeführt sein (z.B. begrenzte Leckagen
und wärmegedämmte der Luftkanäle).
· Die Planung muss mit sehr großer Sorgfalt und Detaillierung erfolgen.
· Der gesamte Planungsprozess verschiebt sich nach vorne. Viele Dinge, die sonst manchmal erst
während der Bauphase geklärt werden, müssen bereits in der Ausführungs- oder sogar Vorpla-
nung durchgeplant sein (wie und wo und womit ganz genau wird der Fensterrahmen an der Wand
befestigt, wärmetechnisch eingebunden und luftdicht gemacht?). Sehr frühzeitig müssen oft b e-
reits konkrete Produkte in die Planung einbezogen werden.
Aber: Bange machen gilt nicht! Nach bisher etwa 1000 gebauten und funktionierenden Passivhäusern
liegen viele Erfahrungen und Neuentwicklungen vor.
QUALITÄTSICHERUNG – PASSIVHAUSPROJEKTIERUNG (pdf, 80 KB)Quelle: Udo Dietrich, Prof. Dr. Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg