H.-P. Ambros
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Architekt AKRP Dipl.Ingenieur Dipl. Wirt.-Inf. KfW-Sachverst.
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« am: 09. April 2010, 20:37:32 » |
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Auch wer keinen eigenen Garten besitzt, muß nicht auf den Obstanbau verzichten. In Balkonkästen und Kübeln lassen sich viele Obstarten auch auf kleinem Raum ziehen, vorausgesetzt sie erhalten einen sonnigen Platz und die entsprechende Pflege.
Obstgehölze in Töpfen und Kübeln Apfel, Birne, Kirsche, Pfirsich und Aprikose gedeihen gut in Töpfen oder Kübeln, wenn man eine kleinwüchsige Sorte, bzw. bei veredeltem Obst eine schwachwachsende Unterlage wählt. Die Wurzeln dieser kleinbleibenden Obstbäume benötigen nur einen geringen Wurzelraum und geben sich mit dem Platz in einem Pflanzgefäß zufrieden. Schwachwachsende Unterlagen sind M 27 für Apfelbäume, Weiroot oder Gisela für Süßkirschen, und Quitte A für Birnbäume. Auch Beerenobst, wie Johannisbeer- oder Stachelbeerstämmchen, Himbeere, Erdbeere und andere sind für die Kübelkultur geeignet.
Als Pflanzerde kann eine Mischung aus Gartenerde, Kompost und anderen Zusätzen oder gekaufte Einheitserde verwendet werden. Ton- und Lehmanteil der Gartenerde sorgen für ein gutes Wasserhaltevermögen. Grobe Bestandteile wie Rinde, Holzhächsel, Holzfaser, Blähton, Sand u. ä. schaffen eine langanhaltende, stabile Struktur. Kompostzugaben gewährleisten einen gewissen Vorrat an Nährstoffen. Die Kübel, Töpfe oder Kästen, in die gepflanzt wird, können aus Ton, Terracotta, Holz oder Plastik sein, Hauptsache sie haben unten Abzugslöcher. Damit das überschüssige Wasser entweichen kann, sollten die Löcher nicht direkt auf dem Terrassenboden aufliegen, sondern die Gefäße unten kleine Abstandshalter haben. Im Zweifelsfalle wählt man lieber einen etwas zu großen Topf als einen zu kleinen, um einerseits eine bessere Standfestigkeit zu gewährleisten, und andererseits eine gewisse "Pufferzone" gegenüber Pflegefehlern wie Über- oder Unterversorgung mit Nährstoffen und Wasser zu schaffen. Gehölze mit Ballen können ganzjährig eingepflanzt werden, ansonsten wird im zeitigen Frühjahr gepflanzt. Umgetopft werden muß nicht jährlich, sondern erst wenn der Topf zu klein ist oder die Erde zu stark zusammengesackt ist.
Gedüngt werden kann mit Flüssigdüngern, die man dem Gießwasser beimischt, oder festen Volldüngern organischer oder mineralischer Art. Wer Holzhäcksel, Rinde oder Holzfaserstoffe zur Erdmischung gegeben hatte, sollte zu Anfang etwas mehr Stickstoff (z. B. als Hornmehl) geben. Ab Mitte August wird das Düngen eingestellt, bei der Verwendung von organischen Düngern sogar noch etwas eher, um einen sicheren Triebabschluß zu erreichen. Gegossen wird nach Bedarf. Vorsicht vor Staunässe ist geboten, damit die Wurzeln nicht zu faulen beginnen. Auch Topfobst benötigt einen regelmäßigen Schnitt. Das Fruchtholz wird angeschnitten, abgestorbene Zweige werden entfernt, überflüssige oder störende ausgelichtet. Überwintert wird Obst in Kübeln entweder in einem hellen, kalten, aber frostfreien Raum wie Kleingewächshaus, Wintergarten oder einem hellen, kühlen Treppenhaus. Frostverträglichere Arten und Sorten können im Garten in die Erde eingesenkt werden. Wer seine Obstgehölze draußen auf dem Balkon überwintern muß, stellt sie dicht zusammen auf eine wärmeisolierende Schicht und schützt sie mit Stroh, Schilfmatten, Reisig u.ä.. Auch während der Überwinterungsphase muß die Feuchtigkeit im Topf kontrolliert werden. Der Wurzelballen sollte nie vollständig austrocken, darf aber auch nicht zu naß sein (Schutz vor starken Niederschlägen während der kalten Jahreszeit). Immergrüne Laub- und Nadelgehölzen erleiden an sonnigen Tagen bei gleichzeitigem Dauerfrost häufig Frosttrockenheitsschäden, weil das Wasser im Topf noch gefroren und damit nicht pflanzenverfügbar ist, die Pflanzen aber wegen der Wärme an den oberirdischen Pflanzenteilen bereits Wasser verdunsten und damit den Saftstrom in Gang setzen. Bei solchen Wetterlagen wird vorbeugend gegossen.
Ballerinas Ballerinas sind Apfelbaumsorten, die sich besonders für kleine Flächen eignen, denn sie bilden keine Seitentriebe aus, sondern beschränken sich auf Stamm und kleine Fruchtspieße. Sie werden maximal 3 - 4 Meter hoch. Gute Sorten sind "Bolero" (ähnelt geschmacklich "James Grieve"), "Polka", "Waltz" (ähnelt "Golden Delicious") und "Maypole" (Zierapfelsorte, rosa Blüten, Früchte für die Geleeherstellung geeignet). Ballerinas wirken besonders während der Blüte und zur Tragzeit sehr dekorativ. Sollte sich doch mal ein Nebenast zeigen, wird er bis auf einen Stummel von 2 bis 3 Knospen entfernt. Da sich Ballerinas schlecht selbst befruchten, werden mindestens zwei Sorten gepflanzt. Ansonsten werden sie wie die anderen, heimischen Obstarten in Kübeln gepflegt und überwintert.
Erdbeeren in Balkonkästen und Ampeln Da Erdbeerpflanzen wenig Wurzelraum benötigen, wachsen sie auch in Töpfen, Ampeln und Balkonkästen gut. Sie wirken einzeln, aber auch in Mischbepflanzungen mit Sommerblumen, Kräutern und kleinwachsenden Gemüsesorten sehr dekorativ. Die gebildeten Ausläufer bleiben lange Zeit grün. Sie können auch abgeschnitten und eingetopft werden, damit sie dann im nächsten Jahr fruchten. Abgestorbene Blätter oder Ausläufer werden regelmäßig entfernt. Geeignet ist beispielsweise die Erdbeersorte "Florika" (Vescana-Erdbeere), die sehr stark Ausläufer treibt, äußerst robust ist und aufrechtwachsende Fruchstände hat. Ihr Geschmack ist intensiv und aromatisch, ähnlich der Walderdbeere.
Exotische Früchte Nicht nur die heimischen Obstarten können Balkon und Terrasse verschönern und den Speisezettel bereichern, gerade die exotischen Fruchtbringer wie Zitrusgewächse, Feige, Banane und Granatapfel eignen sich für die Kübelkultur, da sie in unseren Breiten nicht draußen überwintert werden können, sondern in einen hellen, frostfreien Raum gebracht werden müssen. Den ersten leichten Frost halten Zitrusgewächse gerade noch aus, drohen Temperaturen bis - 5 Grad Celsius müssen diese Pflanzen ins Winterquartier. Die Banane (Musa) kann im Extremfall kurzfristig auch noch - 5 Grad Celsius und Granatapfel und Feige sogar bis - 12 Grad Celsius vertragen. Dann ist es aber auch für sie höchste Zeit für die Übersiedelung ins Winterquartier. Kühl überwinterte Exoten werden möglichst frühzeitig im Frühjahr wieder ausgeräumt, wärmer überwinterte erst nach den Eisheiligen im Mai.
Quelle: Institut für Gartenbau
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