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Autor Thema: Einfrieren der KfW-Fördermittel durch Bundesregierung  (Gelesen 2445 mal)
H.-P. Ambros
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« am: 18. Januar 2010, 10:32:40 »

Energieberater befürchten, durch das jüngst in einem Schreiben bekannt gegebene Einfrieren der KfW-Fördermittel durch die Bundesregierung, Verunsicherung bei Hausbesitzern und Auftragsrückgänge im heimischen Handwerk.

Der Europäische Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) kritisiert den Stopp der Förderprogramme für Gebäudesanierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau und fordert von der Bundesregierung eine sofortige Freigabe der Finanzmittel und die Wiederaufnahme der Förderprogramme. „Die Förderprogramme der KfW leisten einen wichtigen Beitrag zur energetischen Gebäudesanierung und damit zur nachhaltigen Reduktion des CO2-Ausstosses in Deutschland“, sagt EVEU Geschäftsführer Franz Sedlmeier.

Wie bekannt wurde, hat die Staatsbank KfW die Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren vorläufig gestoppt. Das bestätigte das zuständige Bundesbauministerium am Donnerstag. Hintergrund für den ungewöhnlichen Schritt ist der bislang vom Parlament noch nicht verabschiedete Bundeshaushalt für das Jahr 2010.

Franz Sedlmeier fordert Planungssicherheit für Bauherren und Hausbesitzer und kritisiert das Einfrieren der Fördermittel in Zeiten des Klimawandels als „fatales politisches Signal.“ Die energetische Sanierung des Gebäudebestands zählt zu den zentralen Herausforderungen des Klimaschutzes in Deutschland. 75 Prozent der Häuser und Wohnungen in Deutschland wurden vor 1979 errichtet. Deutsche Privathaushalte sind für ca. 40 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich, Autos gerade einmal für 12 Prozent. „Hier liegt nach wie vor enormes Energieeinsparpotenzial brach“, erklärt Franz Sedlmeier. „Die CO2-Einsparungen durch die KfW-Programme belaufen sich auf über 3,8 Mio. t jährlich.“

Neben der Verbesserung des Klimaschutzes seien die Förderprogramme auch für das heimische Handwerk von Bedeutung. „Eine Verunsicherung der Bürger führt schlagartig zu Auftragsrückgängen bei kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben“, befürchtet Franz Sedlmeier. 2009 betrug die Förderung durch die KfW rund 8,7 Milliarden Euro.

Der EVEU fordert deshalb nun rasches Handeln von Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) und den verantwortlichen Haushaltspolitikern im Ministerium und im Bundestag. „Die Gelder müssen schnellstmöglich freigegeben werden“, fordert Sedlmeier.

EVEU - Europäischer Verband der Energie- und Umweltschutzberater
Der EVEU versteht sich als Netzwerk, Interessensvertretung und Sprachrohr für Energieberater in Deutschland, dem deutschsprachigen Raum und ganz Europa. Der EVEU ist dabei der einzige Verband, der Handwerker, Ingenieure, Architekten, Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie vereint.
Gegründet wurde der Verein 1993 und bietet Energieberatern seither als unabhängiger Partner zahlreiche Vorteile. Im Mittelpunkt steht dabei ein breit gefächertes Angebot an Aus- und Fortbildungs- sowie Zertifizierungs- und Schulungsangeboten. Ein weiteres überzeugendes Argument bietet der EVEU durch sein starkes Netzwerk aus Fördermitgliedern der Industrie. Zahlreiche namhafte deutsche Hersteller aus den Bereichen Heizung, Solar und Dämmung unterstützen den EVEU und arbeiten in allen Fragen rund um die kompetente Energieberatung eng mit dem Verband zusammen. Der EVEU hat dank seiner Mitglieder und Marktpartner ein starkes Gewicht in der Branche und unterstreicht damit seine Position als Sprachrohr der Energieberater in Deutschland und seinen Anspruch, Sachverstand an die Politik heranzutragen und Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen zu wollen.

Quelle: EVEU e.V.
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« Antworten #1 am: 26. Januar 2010, 08:22:11 »

Verband Beratender Ingenieure VBI fordert Bundesregierung auf, wichtiges Klimaschutzinstrument nicht zu demontieren – Investitionen in öffentliche Infrastruktur fortführen

Berlin, 21. Januar 2010: „Die energetische Gebäudesanierung ist ein wesentlicher Eckpfeiler in den Bemühungen, den Gebäudebestand in Deutschland zukunftstauglich zu gestalten. Die Förderung jetzt um die Hälfte zurückzufahren, heißt Sparen am falschen Ende. Wir fordern die Bundesregierung auf, an den Zielen des Koalitionsvertrages festzuhalten und die Mittel für die energetische Sanierung auszubauen statt zu kürzen“. Dies sagte VBI-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Ing. Klaus Rollenhagen heute in Berlin.

Im aktuellen Entwurf des Bundeshaushaltes 2010 will die Bundesregierung nur noch knapp die Hälfte der Mittel des Jahres 2009 (2,2 Mrd. Euro) für die Förderung der Maßnahmen zur Gebäudesanierung zur Verfügung stellen. Dies sei ein fatales Signal für den Klimaschutz in Deutschland, so Rollenhagen.

„Die öffentliche Förderung der energetischen Sanierung hat in den vergangenen Jahren erhebliches privates Kapital mobilisiert. In diesem Zusammenhang haben sich viele Hauseigentümer und Investoren dazu entschlossen, umfangreiche Erneuerungen und Sanierungen im Gebäudebestand vorzunehmen. Es ist wenig sinnvoll, in Bereichen zu sparen, die in den nächsten Jahren helfen werden, Energiekosten in großem Umfang zu senken.“

Die Förderung der Gebäudesanierung trage in der Planungsbranche dazu bei, zahlreiche der über 300.000 hochqualifizierten Arbeitsplätze zu sichern. Mit nicht zuende gedachten Streichlisten, müsse hier genauso wie im Bereich der öffentlichen Infrastruktur äußerst behutsam vorgegangen werden, so der VBI-Hauptgeschäftsführer. 

Quelle: VBI
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