Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Werden Europas Winter kälter ?  (Gelesen 4646 mal)
H.-P. Ambros
Administrator
Profi Mitglied
*****

Karma: 14
Offline Offline

Beiträge: 1236


Architekt AKRP
Dipl.Ingenieur
Dipl. Wirt.-Inf.
KfW-Sachverst.


Profil anzeigen WWW
« am: 18. April 2010, 08:19:01 »

 Die niedrige Aktivität der Sonne könnte das regionale Klima in Großbritannien und Mitteleuropa beeinflussen.

Trotz des Trends der globalen Erwärmung werden die Menschen in Großbritannien und Mitteleuropa in den nächsten Jahren möglicherweise häufiger kalte Winter erleben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität von Reading, des Rutherford Appleton Laboratory im britischen Oxfordshire und vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau. Die Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen geringer Sonnenaktivität und ungewöhnlich niedrigen Wintertemperaturen in dieser Region. Ursache dafür könnte sein, dass in Zeiten niedriger Sonnenaktivität die milden Winde vom Atlantik Europa im Winter nicht erreichen. Einem vom Menschen erzeugten Klimawandel, der die Temperaturen auf der Erde im Mittel ansteigen lässt, widersprechen diese Ergebnisse nicht (Environmental Research Letters, 15. April 2010).

Die Sonne strahlt nicht immer gleich hell: In einem etwa elfjährigen Zyklus wechseln sich Phasen hoher Aktivität, in denen unser Zentralgestirn besonders viel Strahlung und Teilchen zur Erde sendet, mit vergleichsweise ruhigen Phasen ab. Sichtbares Zeichen dieses Zyklus sind die dunklen Sonnenflecken, die man zum Teil sogar mit bloßem Auge erkennen kann. Gibt es viele dieser Flecken, ist die Sonne magnetisch besonders aktiv und strahlt somit sehr hell.

 Dass sich der Sonnenzyklus auch auf die Temperaturen auf der Erde auswirkt, ist seit längerem bekannt. So fallen besonders kalte Phasen der Erdgeschichte - etwa das sogenannte Maunder-Minimum am Ende des 17. Jahrhunderts - mit Phasen schwacher Sonnenaktivität zusammen. In ihrer neuen Studie haben die deutschen und britischen Wissenschaftler nun britische Wetteraufzeichnungen, die bis 1659 zurückreichen, mit der Sonnenaktivität im selben Zeitraum verglichen und statistisch ausgewertet.

Als Maß für die Sonnenaktivität diente die Stärke des solaren Magnetfeldes, das bis zur Erde reicht und dort kleine Schwankungen im irdischen Magnetfeld auslöst. Da ausreichend verlässliche Messdaten zum Magnetfeld der Sonne erst seit etwa 1900 vorliegen, rekonstruierten die Forscher ältere Werte mithilfe von Computersimulationen.

"Die Stärke des Magnetfeldes ist ein besseres Maß für die Aktivität der Sonne als etwa die Anzahl der Sonnenflecken", sagt Sami K. Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Denn zwei Aktivitätsminima, bei denen so gut wie keine Sonnenflecken das Tagesgestirn überziehen, können mit sehr unterschiedlichen Magnetfeldstärken verbunden sein. So ist die Sonne derzeit deutlich weniger aktiv als in den 90 Jahren zuvor.

Der statistische Vergleich der magnetischen "Fieberkurve" der Sonne mit der Wetterdatenbank spricht eine deutliche Sprache: Nach Jahrzehnten hoher Sonnenaktivität und vergleichsweise milder Winter sind harte Winter in Europa wieder häufiger geworden. Bei geringer Sonnenaktivität liegt die durchschnittliche Wintertemperatur in Großbritannien etwa ein halbes Grad niedriger als sonst.

Die Ergebnisse der Forscher beziehen sich dabei nur auf die Winter in England und Mitteleuropa. Grund für diese sehr regionale Auswirkung der niedrigen Sonnenaktivität könnten Veränderungen der Winde in der Troposphäre, der untersten Atmosphärenschicht, sein. Heizt sich die darüber gelegene Stratosphäre nur schwach auf, reißen die milden Starkwinde vom Atlantik in der Troposphäre ab, vermuten die Wissenschaftler. Stattdessen sind Großbritannien und Mitteleuropa dann dem Einfluss kalter Winde aus dem Nordosten ausgesetzt. Der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch unklar.

"Der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und kalten Wintern in Europa war erst erkennbar, nachdem wir den überlagerten Trend der globalen Erwärmung herausgerechnet hatten", erklärt Solanki. Die Studie widerspricht somit nicht der Theorie einer globalen Erwärmung, die auf den Einfluss des Menschen zurückgeht. Im Gegenteil: Vieles deutet darauf hin, dass die Sonne für diesen Effekt nur zu einem kleineren Teil verantwortlich ist.

Ob auch der nächste Winter in Großbritannien und Mitteleuropa ein klirrend kalter wird, können die Wissenschaftler nicht vorhersagen. Ihre Ergebnisse sind statistischer Natur und deuten lediglich auf den Trend hin, dass in Zeiten niedriger Sonnenaktivität ungewöhnlich kalte Winter häufiger auftreten. Doch auch 1685, mitten im Maunder-Minimum, belegen die britischen Wetteraufzeichnungen den wärmsten Winter seit 350 Jahren.

Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung | Environmental Research Letters
lkalex
Neuling
*

Karma: 0
Offline Offline

Beiträge: 5


Profil anzeigen
« Antworten #1 am: 03. August 2010, 13:04:19 »

Ich denke es gibt immer so fluktuationen, mal kälter mal nicht, mal mehr schnee, mal weniger.....
Baumhaus
Neuling
*

Karma: -3
Offline Offline

Beiträge: 6


Profil anzeigen
« Antworten #2 am: 18. August 2010, 07:14:52 »

Momentan finde ich dass die Sommer kälter werden! Aber zurück zum Thema.
tuni
Neuling
*

Karma: 0
Offline Offline

Beiträge: 7


Profil anzeigen
« Antworten #3 am: 16. Februar 2012, 15:10:31 »

wir stecken mitten in der globalen erwärmung... da werden nunmal die winter kälter und die sommer wärmer, wobei ich für das ganze jahr durch sommer wäre  Shocked
kimi86
Neuling
*

Karma: 0
Offline Offline

Beiträge: 9


Profil anzeigen
« Antworten #4 am: 22. Februar 2012, 21:19:26 »

Hmm,
also ich hab da auch schon ne andere Theorie drüber gehört, dass es evtl. daran liegen könnte, dass das Arktiseis immer dünner wird und diese Wetterlage begünstigt die wir vor kurzer Zeit hatten. Aber generell ist es denke ich "gewagt" von einem kalten Winter zu sprechen. Wenn man sich die Temperatur in Deutschland dieses Jahr anguckt, dann waren die letzen beiden Monate sogar n ordentlich Stück zu warm.
Sticky
Neuling
*

Karma: 0
Offline Offline

Beiträge: 4


Profil anzeigen
« Antworten #5 am: 16. März 2012, 08:46:59 »

Also mir ist es dieses Jahr gar nicht so kalt vorgekommen.
Alle sprachen zwar davon aber ich fande wir hatten es in den letzten Jahren schlimmer.

Könnte allerdings auch am fehlenden Schnee bei uns im Norden gelegen haben. :-)
bernd
Neuling
*

Karma: 0
Offline Offline

Beiträge: 7


Profil anzeigen
« Antworten #6 am: 30. April 2012, 13:49:09 »

Also dieser Winter war schon Kalt aber es ist immer Unterschiedlich. Mal sehen wir der nächste Winter wird
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  



Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Bauaufträge für Handwerker

Ernährung | Lebensmittel | Gesundheit | Wellness | Öko-Tourismus | Natur | Umwelt | Klima | Politik | Architektur Planung Überwachung | Garten- und Landschaftsbau | Baubiologie | Energieberatung Rentabilitaet ROI | Bauausführung Best Practice | Baurecht Planungsrecht Urteile | Forschung Forschungsergebnisse | Bau-Software | FRAGEN rund um den Hausbau | Nachhaltige Mobilität | Verkehrsplanung | Grüner Strom | Bioenergie Biomasse | Geothermie Erdwärme | Windenergie Windkraft | Solarthermie Photovoltaik | Hydroenergie Wasserkraft | BHKW-|-KWK | TGA wie Wärmespeicher, Lüftungstechnik,... | FRAGEN rund um die Haustechnik | KfW Förderung | BAFA Förderung | Bundesländer Förderung | FRAGEN rund um die Finanzierung und Baukosten | Weiterführende Informationen | Testergebnisse TOP-TEN-Produkte Dienstleistungen | Kostenlose Werbung für Produkte und Dienstleistungen | Wettbewerbe | Veranstaltungen | Info Videos | Bautagebuch Blogs

Powered by SMF 1.1.13 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC
sponsored by FuturVision.de
SiteMap
Smileys by GreenSmilies.com