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Heikles Thema Reetdach

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Offline Yassi

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Heikles Thema Reetdach
« am: 21. Dezember 2010, 12:54:19 »
Moin Moin!

Spiele mit dem Gedanken das Reetdach von unserem Fachwerkhaus neu einzudecken. Kennt sich hier jemand zufÀllig aus? Was muss ich da beachten?

Hab hier mal geschaut. Find leider nichts...:(


Edit Admin:
da war auch keines,... ;)


Quelle: Wikipedia, ÖömranghĂŒs i Nebel, Tyskland



Beste GrĂŒĂŸe und danke im voraus!
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2010, 13:52:34 von H.-P. Ambros »

Offline parcus

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Re: Heikles Thema Reetdach
« Antwort #1 am: 21. Dezember 2010, 14:00:43 »
Fachregeln fĂŒr Reetdachdeckungen

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ist der Herausgeber des Regelwerkes. Durch dieses Regelwerk wird der anerkannte Stand der Technik fĂŒr alle Bereiche des Dachdeckerhandwerks dokumentiert und der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht. Die Erarbeitung dieses Regelwerkes erfolgt durch die Mitgliedsbetriebe der Innungen. Wir danken insbesondere den ehrenamtlich tĂ€tigen Dachdeckermeistern fĂŒr ihre Mitarbeit.

1. Allgemeines

Die Regeldachneigung fĂŒr Reetdeckungen betrĂ€gt 45° (100 %). Die Dachneigung von DachflĂ€chen, die in Kehlen zusammenstoßen, darf nicht unter 40° betragen. Diese Dachneigung auch mit regensichernden Zusatzmaßnahmen nicht unterschritten werden. Die zu erwartende Lebensdauer wird durch die erhöhte Wasseraufnahme bei geringeren Dachneigungen eingeschrĂ€nkt.

Die Nutzung des Dachgeschosses, insbesondere zu Wohnzwecken, stellt eine erhöhte Anforderung an die Dachfunktion dar. Dabei sind bauphysikalische Anforderungen wie WĂ€rme-, Feuchte- , Schall- und Brandschutz zu berĂŒcksichtigen.

Zwischen der Unterseite der Lattung und der WĂ€rmedĂ€mmung muss ein Luftraum sichergestellt sein. Um das Binden oder Reparieren der Reetdeckung zu ermöglichen, sollte ein Abstand von mindestens 0,06 m sichergestellt sein. Be- und EntlĂŒftungsöffnungen sind nicht notwendig, da die Deckung selbst genĂŒgend Luft durchlĂ€sst.

Aus folgenden örtlichen Bestimmungen können sich zusÀtzliche Anforderungen ergeben:

    * Landesbauordnung,
    * bauaufsichtliche Vorschriften,
    * StĂ€dte- , Kreis- und Gemeindeverordnungen oder - satzungen,
    * Auflagen des Denkmalschutzes.

Reet muss dem Produktdatenblatt des Regelwerkes des Dachdeckerhandwerks entsprechen.

Reet soll ausgereift, gesund, blattfrei, dĂŒnnhalmig (etwa 3 mm bis höchstens 9 mm dick), gradhalmig und bei der Verarbeitung trocken und gesĂ€ubert sein. Die LĂ€nge der Reetbunde fĂŒr die FlĂ€chendeckung soll entsprechend der Dachneigung, der SparrenlĂ€nge und der Dicke der Dachdeckung zwischen 1,40 m und 2,00 m lang sein. Bei An- und AbschlĂŒssen können andere LĂ€ngen verwendet werden.

Zur Deckung des Firstes werden Reet, Stroh, Heidekraut oder Grassoden verwendet. AusfĂŒhrungen mit Dachziegeln, Dachsteinen, Wellplatten, Tonhauben, Kunststoffhauben u. a. sind möglich.


2. AusfĂŒhrung

Das Reetdach ist in glatter FlĂ€che von der Traufe zum First zu decken, wobei die einzelnen Lagen waagerecht durchgehend aufzubringen sind. Auf der Lattung wird eine etwa 30 mm dicke Schicht aus Reet als Vorlage gelegt. Diese Vorlage soll verhindern, dass die Spitzen der Deckbunde unter die Latten getrieben werden. Bei der Bindung der einzelnen Decklagen muss der Draht von der Latte her etwa inmitten der Deckung liegen. Die Bindung, je nach Befestigung und Deckungsart, soll möglichst in der Mitte der HalmlĂ€nge in AbstĂ€nden bis max. 0,25 m erfolgen. Bei steileren DĂ€chern soll mit geringeren AbstĂ€nden gebunden werden, z.B. ĂŒber 60° mit max. 0,20 m. Die Bindung muss fest an der Lattung liegen.

Die Neigung der Gebinde unterhalb der Bindung darf um etwa 15° geringer als die Dachneigung sein.

Die Dicke der Reetdeckung betrÀgt in der FlÀche rechtwinklig zur DachoberflÀche mindestens 0,30 m.

Das Reet verlĂ€uft in der LĂ€ngsrichtung von der Traufe bis zum First mit den Stoppelenden zur Traufe. Lediglich die rechts und links an AbschlĂŒssen befindlichen Decklagen mĂŒssen so angelegt werden, dass deren Stoppeln den Überstand bilden.


3. Deckarten

Beim gebundenen Reetdach werden die Decklagen unter Verwendung eines Vorlegedrahtes mit Bindedraht an die Latten gebunden.

Beim genÀhten Reetdach werden die Decklagen mit Draht ohne Verwendung eines Vorlegedrahtes an die Latten gebunden. Die Bindungen sind in jeder weiteren Decklage versetzt anzubringen. Die Stichweite betrÀgt max. 0,25 m.

Beim geschraubten Reetdach werden die Decklagen mit Draht befestigt, der an den Latten angeschraubt wird. Der Abstand der Schrauben darf 0,20 m nicht ĂŒberschreiten.

 
4. Pflege und Wartung

Wie jedes Bauteil unterliegt auch eine Dachdeckung der natĂŒrlichen Alterung. Je nach Art und GĂŒte der verwendeten Werkstoffe, der inneren und Ă€ußeren Beanspruchung ist diese unterschiedlich stark ausgeprĂ€gt. Sie hĂ€ngt ab von klimatischen VerhĂ€ltnissen, UmwelteinflĂŒssen, Nutzung des GebĂ€udes, mechanischen und thermischen EinflĂŒssen und konstruktiven Gegebenheiten.

Zum dauerhaften Erhalt der Funktion eines Daches sollen Reetdeckungen in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden gewartet werden. RegelmĂ€ĂŸige Inspektion oder Wartung eines Daches liegen im Verantwortungsbereich des EigentĂŒmers. Er beugt dadurch grĂ¶ĂŸeren SchĂ€den am eigenen GebĂ€ude vor und erfĂŒllt damit die Obliegenheitsverpflichtung gegenĂŒber Sachversicherern und Unbeteiligten. Vorzugsweise bietet sich dafĂŒr der Abschluss eines Inspektions- oder Wartungsvertrages mit einem Dachdeckerbetrieb an. Je nach Eigenart und Beanspruchung des Daches sollen feste Zeitintervalle und der Umfang der Inspektion oder Wartung festgelegt werden.

Weiterhin ist ebenfalls eine regelmĂ€ĂŸige Kontrolle der Sicherheitseinrichtungen, Tritte oder Wege, die fĂŒr eine Dachbegehung o. Ä. vorgesehen sind, erforderlich. Diese Einrichtungen dienen dem persönlichen Schutz und sollen daher in festen Zeitabschnitten auf ihre Funktionstauglichkeit kontrolliert werden.

Zur Ausbesserung kleiner SchĂ€den in der DachflĂ€che wird das Reet nach Bedarf vorgezogen, neu gebunden und mit neuem Werkstoff entsprechender LĂ€nge nachgetrieben und geglĂ€ttet. Ist die Reetdeckung so abgewittert, dass die Bindung zum Vorschein kommt, ist die Deckung nicht regensicher und eine Neudeckung erforderlich. Das regional ĂŒbliche Überdecken der dĂŒnn und schadhaft gewordenen Dachdeckung mit einer neuen Lage aus Reet ist möglich, aber nicht empfehlenswert. Die ĂŒberdeckende neue Lage muss mindestens 0,30 m dick sein und den Kriterien einer Neudeckung entsprechen.

Quelle: ZVDH

Offline rekivo

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Re: Heikles Thema Reetdach
« Antwort #2 am: 02. Juni 2017, 14:23:43 »
Ist es eigentlich gelungen? Was kostet so ein Spaß denn? Teurer als ein normales Dach?

Re: Heikles Thema Reetdach
« Antwort #3 am: 10. August 2017, 11:55:48 »
Ist es eigentlich gelungen? Was kostet so ein Spaß denn? Teurer als ein normales Dach?
WĂŒrde mich auch interessieren! Finde ReetdĂ€cher toll!

Offline biberbau

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Re: Heikles Thema Reetdach
« Antwort #4 am: 11. August 2017, 12:51:28 »
Ist es eigentlich gelungen? Was kostet so ein Spaß denn? Teurer als ein normales Dach?
WĂŒrde mich auch interessieren! Finde ReetdĂ€cher toll!



Hab das mal recherchiert, weil ich auch neugierig war. ReetdĂ€cher sind teuer als ein normales Dach. Schon wegen Feuerversicherung. Lohnt sich aber neben Aussehen weil sie 30-50 Jahre halten sollen. Ein m2 kostet 40-50 €. 120 m2 insgesamt 4800-6000m2.

Re: Heikles Thema Reetdach
« Antwort #5 am: 21. September 2017, 15:25:33 »
Wow! Tolle und ausfĂŒhrlich Info parcus! Danke dafĂŒr, hat mir auch geholfen!