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Autor Thema: Deutschland braucht Stromspeicher  (Gelesen 2098 mal)
H.-P. Ambros
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« am: 09. März 2010, 08:54:33 »

Pumpspeicher wichtig für Integration von Wind- und Sonnenstrom

Für die Integration der erneuerbaren Energien in Deutschland muss die Stromspeicherkapazität erhöht werden. Stromspeicher haben eine große energiewirtschaftliche Bedeutung, weil sie Strom aus schwankenden Quellen wie Wind- und Sonnenkraft ins Netz integrieren und die Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland erhöhen. Deshalb befürwortet die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) den geplanten Bau eines neuen Pumpspeicherwerks im Südschwarzwald. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die dena im Auftrag der für den Bau verantwortlichen Schluchseewerk AG erstellt hat.

"Deutschland braucht Stromspeicher", betonte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Stephan Kohler. "Wind- und Solaranlagen richten sich nicht danach, wann Strom genutzt wird, sondern wann der Wind weht oder die Sonne scheint. Pumpspeicherwerke sind auf absehbare Zeit die flexibelste, effizienteste und wirtschaftlichste Speicherlösung. Sie machen die Stromversorgung sicherer, günstiger und klimaschonender. Gleichzeitig muss die Entwicklung von Druckluft-, Wasserstoff- und Batteriespeichern vorangetrieben werden."

Das dena-Gutachten untersucht die Bedeutung von Pumpspeichern und anderer Stromspeicher für die Integration der erneuerbaren Energien in die Stromversorgung. Am Beispiel des geplanten Pumpspeicherwerks Atdorf werden die Vorteile konkret berechnet. Mit einer Leistung von 1.400 Megawatt kann Atdorf zwischen 2020 und 2030 insgesamt bis zu 3,7 Milliarden Kilowattstunden an zeitweise überschüssigem Strom zusätzlich nutzbar machen. Das entspricht etwa acht Prozent der Strommenge, die alle Wind- und Solaranlagen in Deutschland im Jahr 2009 erzeugt haben. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Stromerzeugung kann Atdorf um über 20 Millionen Euro pro Jahr reduzieren, indem es Strom ins Netz einspeist, wenn er knapp ist. Hinzu kommen CO2-Einsparungen, wenn das Pumpspeicherwerk die Erzeugung in fossilen Kraftwerken ersetzt.

Pumpspeicherwerke nutzen überschüssigen Strom, um Wasser in ein höher gelegenes Becken zu pumpen. Bei Bedarf wandeln sie die gespeicherte Energie über eine Turbine wieder in Strom um und speisen diesen ins Netz ein. Da sie sich kurzfristig auf Schwankungen im Netz einstellen lassen, sind sie besonders wertvoll für die Sicherung der Stromversorgung. Den südlichen Standort von Atdorf bewertet die dena als vorteilhaft. Denn aufgrund des Ausbaus der Windkraft im Norden kann es in Zukunft insbesondere bei starkem Wind dazu kommen, dass die Übertragungskapazitäten nicht ausreichen und nicht genügend Strom zu den Lastzentren im Süden gelangt. Ein leistungsstarkes Pumpspeicherwerk im Süden könnte bei solchen Netzengpässen günstig Strom erzeugen und so die Stromversorgung sichern.

Die Analysen, Strategiebewertungen und Simulationsergebnisse des Gutachtens zeigen, dass das geplante Pumpspeicherwerk Atdorf einen Beitrag leisten kann

    * zu Kostenreduktionen und CO2-Einsparungen der Stromerzeugung sowie einer verbesserten Integration der erneuerbaren Energien in das Stromversorgungssystem,
    * zu einer Netzentlastung und damit eine Verringerung der Übertragungsverluste im deutschen Stromversorgungssystem,
    * zu einer erhöhten Systemstabilität durch die Bereitstellung von Systemdienstleistungen (Regelenergie, Schwarzstartfähigkeit).

Die dena erstellte das Gutachten im Zeitraum Oktober 2009 bis Februar 2010 in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik der Technische Universität München und dem Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

- Zusammenfassung Endbericht PSW - Integration EE dena  (303 KB, PDF)
- Endbericht PSW - Integration EE dena  (6 MB, PDF)

Quelle: DENA
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