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Vertrauen in Lebensmittelhandel sehr gering

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Offline parcus

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Vertrauen in Lebensmittelhandel sehr gering
« am: 25. März 2010, 10:05:48 »
Utopia ist angetreten, Konsumenten eine Stimme zu geben und kraftvolle Impulse an die Industrie zu senden. Deswegen haben wir um Ihre Meinung zur Nachhaltigkeit im Lebensmittelhandel gebeten. Die Qualität und Quantität der Antworten der Community haben uns überwältigt. Dafür sagen wir Danke! Lesen Sie, was die Umfrage ergeben hat.

Einen ernüchternden Befund für den Handel hat unsere vor vier Wochen gestartete Umfrage ergeben: Über ein Drittel der 801 Teilnehmer (35,4 Prozent) vertraut keinem der Unternehmen des Lebensmittelhandels. Obwohl nur in Bayern, Hessen, Niedersachen und Thüringen präsent, liegt Tegut (19,6 Prozent) als nachhaltiges und glaubwürdiges Unternehmen in Ihrer Gunst vorn. Es folgen Edeka (15,4 Prozent) und Rewe (13,8 Prozent). Während keiner der Discounter Ihr Vertrauen für sich verbuchen kann. In der ungestützten Abfrage führen lokale Anbieter wie Bioläden mit 19,3 Prozent und Hofläden sowie Märkte mit 14,2 Prozent aller Nennungen das Feld an.

Die offene Frage nach den Wünschen an die Unternehmen des Lebensmittelhandels zeigt umfassend, welche Erwartungen Sie an verantwortungsvolle Marktteilnehmer in diesem Branchensegment haben. Die drei meistgenannten Antworten: Das Sortiment an Bio- und Fair Trade-Produkten soll ausgebaut, ein    Kennzeichnungssystem für Produkte eingeführt und Verpackungen sollten reduziert sowie nachhaltige Verpackungsmaterialien eingesetzt werden.



Auch erwarten unsere Teilnehmer vor allem nachhaltig produziertes Gemüse (89,2 Prozent), Kaffee (86,2) Getreideerzeugnisse (84,9) und Fleisch (84,4) in den Regalen der Märkte. Und eine klare und verständliche Kennzeichnung aller Produkte zählt zu den deutlichen Forderungen. Hier erstreckt sich die Verbrauchererwartung von der intensiv diskutieren Ampel als schneller Entscheidungshilfe bis hin zu exakten Angaben über Herkunfts- und Verarbeitungsstandort, Einhaltung ökosozialer Standards, Inhaltsstoffe und Herstellungsverfahren (Beispiel: Gentechnik) sowie über den so genannten ökologischen Fußabdruck, also die CO2-Emissionsbelastung, die während Herstellung und Transport entsteht.

Mitarbeiter: fair behandelt und angemessen entlohnt

Auf die Frage, welche Aspekte der Mitarbeiterpolitik der Lebensmittelhändler einen Einfluss auf das persönliche Kaufverhalten nehmen, antworteten Sie an erster Stelle mit dem branchenübergreifend wichtigen Bereich der Nachwuchsförderung und einer Ausbildungsquote (84,9 Prozent). Eine intakte Unternehmenskultur erwarten 82,5 Prozent der Befragten, den vertrauensvollen Umgang mit den Beschäftigten 79,4 Prozent. Beides dürfte die zuletzt bekannt gewordenen Mitarbeiterskandale bei einzelnen Marktteilnehmern reflektieren. Dasselbe ist von der Forderung nach einer gerechten Entlohnung anzunehmen, die in der ungestützten Abfrage klar vorne liegt.

Umwelt: aktiv und passiv praktiziert

In Sachen Umweltschutz erwarten Sie unter anderem umweltfreundliche Verpackungen und Verpackungsrücknahme (88,4 Prozent) sowie Abfallreduzierung und Recycling (80,4). Daraus wird der Kundenwunsch ersichtlich, durch bewusste Kaufentscheidungen persönliche Beiträge zu leisten. Wichtig ist zudem, dass die Unternehmen das Umweltbewusstsein der eigenen Beschäftigten schärfen (86,4 Prozent). Das bevorzugte Angebot regionaler Waren (82,4 Prozent) und die Optimierung der Warenlogistik (81,1) sind in Hinblick auf Emissionsreduktion zwei weitere Bereiche, in denen die Umfrageteilnehmer einen aktiven Beitrag des Lebensmittelhandels erwarten. In der ungestützten Abfrage haben Sie dem Ausbau des Warensortiments unter Berücksichtigung ökologischer Standards und der Reduktion des Verpackungsaufkommens die größte Bedeutung zugeschrieben.

Mit dem Ergebnis werden wir nun - wie versprochen – an die Unternehmen sowie alle anderen führenden Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels heran treten und sie mit den Ergebnissen konfrontieren, um sie anzustupsen und zu mehr Nachhaltigkeit in ihrem Handeln zu bewegen.



Die Befragung unter 801 Utopisten fand vom 18. Februar bis zum 3. März 2010 statt. Abgefragt wurde die Einschätzung und Erwartung in Bezug auf die Unternehmen Aldi (Nord/Süd), Edeka, Kaisers/Tengelmann, Lidl, Netto, Norma, Penny, Real, Rewe und Tegut. Weitere Unternehmensnennungen waren jeweils in den offenen Antwortbereichen möglich.

Durchgeführt wurde die Umfrage in Zusammenarbeit mit der Ketchum Pleon GmbH.

Detaillierte Ergebnisse als Präsentation (pdf, 150KB)

Quelle: Utopia, Sabine Letz