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Autor Thema: Schimmelsporen lieben kalte Wände und Feuchtigkeit  (Gelesen 2676 mal)
H.-P. Ambros
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« am: 26. März 2010, 21:30:18 »

Schimmelbefall in der Wohnung ist unangenehm und gesundheitsgefährdend. In den meisten Fällen sind eine schlechte Wärmedämmung und ein zu geringer Luftaustausch die Ursachen, sagt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg.

Wärmedämmmaßnahmen seien entgegen of geäußerter Meinungen nicht für Schimmel verantwortlich, sondern reduzierten sogar das Risiko. Wichtig ist ein bewusstes Lüften durch die Bewohner, insbesondere nach dem Austausch der Fenster. Eine automatische Lüftungsanlage ist hier besonders zuverlässig. Von Anti-Schimmelsprays rät Claudia Rist ab. Sie würden oft nur die Symptome, nicht die Ursache bekämpfen. Unabhängige Hilfe gibt es beim „Netzwerk Schimmelberatung“ des Landes und bei Energieberatern.

„Für Bewohner ist ein Schimmelpilzbefall mit einer sinkenden Wohnqualität und einem gesundheitlichen Risiko verbunden“, sagt Dr. Thomas Gabrio vom Landesgesundheitsamt. „Für Hausbesitzer bedeutet das Kosten und Ärger.“

Über die baulich bedingte Ursache von Schimmel herrscht in der deutschen Bevölkerung größtenteils eine falsche Vorstellung: Dämmmaßnahmen seien verantwortlich für Schimmel, da sie das Haus zu sehr abdichten würden.

„Das ist falsch“, erklärt Dr. Roland Falk, Leiter des Kompetenzzentrums vom Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg. „Durch Wände zieht es nicht.“ Schlecht gedämmte Wände böten vielmehr eine ideale Angriffsfläche für Schimmelsporen.
Luftfeuchtigkeit kondensiert an solchen kalten Stellen deutlich schneller als an warmen. Das ist ein idealer Nährboden für Sporen, denn diese mögen es kalt und feucht.

Durch undichte Fenster wird die Schimmelgefahr mit etwas Glück verhindert. Bei alten Fenstern zieht es durch Ritzen und Fugen, so dass ein Teil der Feuchtigkeit aus dem Haus transportiert wird. Der Preis ist jedoch hoch: Auch die Heizwärme gelangt nach draußen.

Nur Wärmeschutzfenster einzubauen und die Fassade ungedämmt zu lassen, birgt daher ein Schimmelrisiko. Neue Fenster sind absolut dicht. Der Luftaustausch ist damit eingeschränkt. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung, die durch Kochen und Duschen, aber auch durch die menschliche Atmung entsteht. An kalten Stellen wie ungedämmten Fensterlaibungen oder Ecken schlägt sich Feuchtigkeit nieder und fördert so das Schimmelpilzwachstum. „Deshalb empfehlen wir, bei einem Fenstertausch auch die Fassade inklusive Fensterlaibung zu dämmen. An warmen Oberflächen ab 15 Grad Celsius kondensiert keine Feuchtigkeit mehr“, so Falk.

Nach einer Sanierung sollten die Bewohner regelmäßiger lüften als vorher. Besonders Stoß- oder Querlüften ist mehrmals am Tag zu empfehlen. Keine Sorgen müssen sich Nutzer einer Lüftungsanlage mit kontrollierter Lüftung machen. Sie sorgt automatisch für einen optimalen Luftaustausch. Ein Heizungsbauer stellt die Regelung passend zu den Lebensgewohnheiten ein. Im Vergleich zu kurzem Querlüften sinken die Heizkosten noch einmal. In der warmen Jahreszeit wird die Anlage abgeschaltet und über die Fenster gelüftet. Einen Schritt weiter in der Energieeffizienz sind Anlagen mit Wärmerückgewinnung. Hier wird die Frischluft durch die warme Abluft vorgewärmt.

Wenn der Schimmel bereits im Haus ist, sollten Hausbesitzer Fachleute hinzuziehen. Unter dem Dach des Landesgesundheitsamts bietet das „Netzwerk Schimmelpilzberatung Baden-Württemberg“ Informationen und kompetente Ansprechpartner. Auskunft geben auch Gebäudeenergieberater aus der Region und Experten am kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33.

Broschüre Schimmelpilzberatung (pdf, 4,4MB)

Quelle: KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH / HaustechnikDialog
« Letzte Änderung: 26. März 2010, 21:32:12 von H.-P. Ambros »
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