Warum Lüften?
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Warum Lüften?

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Offline parcus

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Warum Lüften?
« am: 11. Juni 2009, 21:32:06 »
Warum Lüften?

Besonders Niedrigenergiehäuser werden mit einer dichten Gebäudehülle versehen, um vor allem Wärmeverluste zu vermeiden. Eine ausreichende Versorgung mit Außenluft über die Fugen und Undichtheiten wie wir sie vom Altbau kennen, ist damit nicht gegeben.

Argumente für eine dichte Gebäudehülle:

    * Vermeidung von Zugerscheinungen
    * Vorbeugen von Bauschäden
    * Energieeinsparung durch niedrigere Lüftungswärmeverluste
    * Verbesserung des Schallschutz

Mit den verstärkten Abdichtungen der Türen, Fenster und Fugen der Gebäude ist der geforderte Luftwechsel vielfach nur durch regelmäßiges Lüften erreichbar. Nach DIN 1946-6: ist ein Luftwechsel von 0,5 h-1 zur Vermeidung von Feuchteschäden notwendig. Eine stete Abfuhr von Luftverunreinigungen wie Ausdünstigungen von Baustoffen und Einrichtungsgegenständen, aber auch von Menschen freigesetztes Kohlendioxid, Wasserdampf u.a. ist aus hygienischer Sicht notwendig.



Argumente für effiziente Wohnraumlüftung

Fugenlüftung

Der freie Luftwechsel im Neubau liegt mit ca. 0,2 h-1 bei geschlossenen Fenstern und Türen deutlich unter den Anforderungen. Der hygienische Luftwechsel kann über die Fugenlüftung nicht sichergestellt werden.

Die Problematik der Fensterlüftung

Um über die Fenster "richtig" zu lüften, sollten alle 2 Stunden die Fenster im Haus vollständig geöffnet werden, Tag wie Nacht. Die Stoßlüftungsstrategie ist somit wenig praktikabel.
Auch der Luftwechsel selbst ist schwer einzuschätzen. Denn je nach Windverhält-nissen und Temperaturunterschieden variiert der Luftwechsel sehr stark und kann zudem hohe Energieverluste verursachen.
Zum anderen ist die Durchströmungsrichtung häufig ungünstig, d.h. Gerüche und Feuchtigkeit können von Küche und Bad in die Wohnräume gelangen.
Auch im Punkt Verdunstung können mit der Stoßlüftung Feuchteschäden nicht zuverlässig verhindert werden, da Feuchtigkeit im Mobiliar und in Einrichtungen gepuffert wird.



Von angekippten Fenster ist neben stark variierenden Luftwechseln aufgrund von Zugerscheinungen, Lärmübertragung sowie überhöhten Energieverbräuchen abzuraten. Mit einer kontrollierten Wohnungslüftungsanlage kann die hygienisch erforderliche Lufterneuerung im Gebäude mit einem Minimum an Lüftungswärmeverlusten realisiert. Eine gute Raumluftqualität wird unabhängig vom Verhalten des Nutzers sichergestellt.
 

Die kontrollierte Wohnungslüftung

Neubauten sollten aus Gründen des Komforts, der Hygiene und der Erhaltung der Bausubstanz mit einer Lüftungsanlage ausgestattet werden. Ein Anlagenluftwechsel von 0,4 h-1 ist als Grundlüftung ausreichend. Kleinere Luftwechsel und Luftwechsel bis 1 h-1 sollten Nutzergesteuert oder automatisch möglich sein.



Verbesserte Raumluftqualität

Während man Kochdunst und Tabakrauch leicht wahrnimmt, den Geruch einiger Baumaterialien und Möbel als unangenehm empfindet, ist das Tückische vieler Stoffe die Tatsache, dass man sie nicht riecht. Hinzu kommt, dass, je länger man in einem Raum verweilt, die Nase scheinbar unempfindlich wird. Durch die entsprechende Planung der Lüftungsanlagen mit der Zuweisung von Zu- und Abluftbereichen wird Geruchsbelastung dort bekämpft, wo sie entsteht; in der Küche zum Beispiel.

Verringerung schädlicher Emissionen

Nachweislich verursacht mangelnde Luftqualität Ermüdungserscheinungen, Leistungsabfall und Unwohlsein. Schadstoffe im Innenraum wie Formaldehyde, Löse- und Holzschutzmittel oder Pilzsporen, Bakterien und Milben können regelrecht krank machen. Diffuse Kopf- und Gelenkschmerzen, geschwollene oder trockenen Augen und ständige Antriebsschwäche sind nicht selten auf schlechte Raumluft zurückzuführen.
Die Belastung lässt sich reduzieren, indem man die als belastend bekannten Stoffe meidet und ein geeigneten Lüftungssystem nutzt, das für den notwendigen Austausch sorgt.

Erhöhung des Lebenskomfort

Gerade Allergiker und Heuschnupfen-Geplagte schätzen die Reduzierung der Pollen durch die Filterung der Außenluft mit einem geeigneten Lüftungssystem. Der Pollenflug lässt sich zwar nicht ganz verhindern, aber je nach Filter wird er immerhin bis zu 95% reduziert.



Eine Lüftungsanlage trägt auch zur Eindämmung der Vermehrung von Hausstaubmilben bei. Immerhin gehören Milben zu den häufigsten Allergieauslösern im Innenraum.



Erhalt der Bausubstanz

Feuchteschäden an Bauwerken sind oft nicht nur auf Baumängel, sondern häufig auf mangelnde Lüftung zurückzuführen. Gerade eine Luftfeuchtigkeit ab 65% ist der richtige Nährboden für Schimmelpilz, der die Bausubstanz ernsthaft gefährdet. In einem 4-Personen-Haushalt können pro Tag leicht 10 bis 15kg Wasserdampf entstehen, die sich in der Raumluft anreichert und bei fehlendem Abtransport an kühlen Außenflächen kondensiert.
Permanente Frischluftzufuhr und kontinuierlicher Luftaustausch regulieren den Feuchtegehalt der Luft und verhindern Schimmelbefall.

Reduzierung des Energieverbrauchs

Während verbesserte Wärmedämmung bei den Wänden, Fenstern und Türen den Energieverbrauch reduziert, werden bei der klassischen Fensterlüftung über 50% der Heizenergie (bei modernen Gebäuden) zum Fenster hinausgelüftet. Nur in Kombination mit geeigneten Lüftungskonzepten können effektive Einsparungen erreicht werden. Den wirksamsten Energiespareffekt erreicht man mit Geräten und Systemen, die mit Wärmerückgewinnung arbeiten.



Welche Lüftungssysteme gibt es?

Bei den mechanischen Lüftungssystemen unterscheidet man zwischen dezentraler und zentraler Lüftung.



Zu den dezentralen Systemen zählen:

    * LZ 125 - Zentrales Lüftungsgerät ohne WRG (Zuluft dezentral; Abluft zentral)
    * TVD 250 .. SOL - Zentrales Lüftungsgerät mit Warmwasser-Wärmepumpe (Zuluft dezentral; Abluft zentral)
    * THD 200 .. SOL - Integralsystem für Lüftung, Heizung und Warmwasserbereitung, optional mit solarer Warmwassererwärmung (Zuluft dezentral; Abluft zentral)



Diese Lüftungssysteme werden auch als Abluftanlagen bezeichnet. Die Abluft wird über einen zentralen Ventilator abgesaugt. Die Außenluft strömt über Frischluftventile in der Außenwand nach. Die Strömungsrichtung ist aus den Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern in die Feuchträume wie Küche, Bad und WC gerichtet. Die Einbringung von Feuchtigkeit und Gerüchen in die Zulufträume kann somit vermieden werden.
Die Energie der Abluft kann mit Hilfe einer Wärmepumpe für die Heizung- und Warmwasserbereitung genutzt werden (THD 200 SOL).



Zu den zentralen Systemen zählen:

    * TVZ 70/100/170(plus)/270(plus) - Zentrales Lüftungsgerät mit WRG (Zu- und Abluft zentral)
    * THZ 303/403..SOL - Integralsystem für Lüftung, Heizung und Warmwasserbereitung, optional mit solarer Warmwasser- und Heizungsunterstützung (Zu- und Abluft zentral)



Mit solchen Zu- und Abluftanlagen ist eine Wärmerückgewinnung bis 90% möglich. Die Außenluft wird zentral angesaugt und über ein Kanalsystem den Räumen zugeführt. Die Abluft hingegen wird zentral gesammelt, über einer Wärmeaustauscher geführt und gibt dabei einen Großteil seines Wärmeinhaltes an die Außenluft ab. Die Zuluft wird den Räumen vorerwärmt zugeführt.



Was ist ein Integralsystem?


Die Grundlage bildet eine Lüftungsanlage die mit einer Wärmepumpe für die Heizungs- und Warmwasserbereitung kombiniert ist. Auch Solaranlagen können je nach Gerät problemlos eingebunden werden. D.h. mit einem Gerät werden die Funktionen: - Lüftung - Heizung - Warmwasserbereitung - abgedeckt.

Bei den Integralsysteme werden zwei Typen unterschieden:

    * Typ THD - Zentrales Lüftungsgerät mit Abluftwärmepumpe und dezentraler Zuluftführung.
    * Typ THZ - Zentrales Lüftungsgerät mit Kreuzgegenstrom-Wärmeaustauscher und Luft/Wasserwärmepumpe. Hier erfolgt die Zuluftführung zentral.


THD 400 AL

Zentrales Lüftungsgerät mit Luft/Wasserwärmepumpe und Abluftnutzung zur Heizung und Warmwasserbereitung. Die Zuluftführung erfolgt dezentral.

    * 200 l Warmwasserspeicher
    * Hohe Luftleistung bis 280 m³ / h
    * Außentemperaturgeführte Regelung



Komplettsystem THZ 303 Integral / THZ 303/403..SOL

Zentrales Zuluft- und Abluftsystem für optimalen Komfort und gefilterte Zuluft in Kombination mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe für die Heizung und Warmwasserbereitung.



Prinzipschema THZ 303/403..SOL

    * Wärmerückgewinnung durch Kreuzgegenstrom-Wärmeaustauscher und Wärmepumpe
    * Nutzung regenerativer Umweltenergien
    * Hohe energetische Effizienz
    * Fernbedienung der Anlage auch aus dem Wohnraum
    * Filterüberwachung für hygienischen Betrieb
    * Ständige Verfügbarkeit von warmen Wasser durch integrierten Speicher
    * Programmvorwahl und Anlagennutzen individuell einstellbar
    * Optional Variante mit Solarwärmeaustauscher und integrierter Solarregelung
    * Einkopplung von Solarenergie für Warmwasser und Heizung ohne zusätzliche Behälter und Regelgeräte möglich (nur THZ 303/403..SOL)



    *  Leistungsreserven für Trockenheizphase
    * Aufheizen nach Abwesenheit oder andere höhere Heizlasten
    * Einkopplung von Solarenergie für Warmwasser und Heizung ohne zusätzliche Behälter und Regelgeräte möglich
    * Höherer Komfort durch die Möglichkeit, im Badezimmer Heizkörper oder Heizflächen zu integrieren
    * Höhere Behaglichkeit durch geringe Temperaturschichtung im Raum

Quelle: tecalor, Holzminden

Offline Gardner

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Re: Warum Lüften?
« Antwort #1 am: 24. November 2022, 09:57:45 »
Um Verbesserte Raumluftqualität zu schaffen sollte man einige Dinge beachten... dazu gehören die Erhöhung der Lüftungsrate, die Verbesserung der Konstruktion, der Wartung und des Betriebs von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, die Kontrolle oder Beseitigung von Schadstoffquellen, der Einsatz von Luftfiltergeräten und der Austausch von Baumaterialien. In manchen Fällen ist es auch sinnvoll, die Luft auf Radon und andere Schadstoffe zu testen. Eine der einfachsten Dingen die jeder Haushalt haben sollte ist so ein [nofollow] Raumluftbefeuchter.

 Die Aufrechterhaltung einer angenehmen relativen Luftfeuchtigkeit (RH) kann dazu beitragen, das Wachstum von Schimmel und Allergenen zu reduzieren. Auch die Belüftung ist wichtig, um Staub, Rauch und andere Schadstoffe zu bekämpfen, die zu schlechter Luftqualität beitragen können. Erwäge, Fenster und Türen zu öffnen, um die Luftzirkulation zu verbessern, Ventilatoren zu verwenden, um frische Luft in deinem Haus zu verteilen, oder in eine Energierückgewinnungsanlage zu investieren