Rückschau: Biosprit E10
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Rückschau: Biosprit E10

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Offline parcus

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Rückschau: Biosprit E10
« am: 24. Februar 2011, 08:43:28 »
Ethanol-Beimischung

Bisher sind dem Benzin 5 Prozent Ethanol, also Alkohol, beigemischt. Das vertragen alle Otto-Motoren. Doch E10, mit 10 Prozent Beimischung, vertragen rund dreieinhalb Millionen Fahrzeuge nicht.
Im Internetangebot der Deutschen Automobiltreuhand (DAT) sind die Sorgenkinder aufgelistet und es gibt sie bei fast allen Herstellern. Tatsächlich sind es nicht nur alte Fahrzeuge. Bei VW beispielsweise finden sich Modelle mit Benzindirekt-Einspritzung (FSI) bis 2006, denen die doppelte Menge Alkohol gar nicht bekommt.

Wolfgang Sorge, Werkstattmeister: „E10 ist sehr aggressiv gegenüber Kunststoff und Aluminium. Kunststoffteile wie diese Kraftstoffleitungen werden undicht und porös. Das Aluminium korrodiert, und das kann dazu führen, dass Einspritzdüsen verstopfen. Bereits ein einmaliges Falschtanken kann zur völligen Funktionslosigkeit des Einspritzsystems führen.“
Einseitige Belastung

Um Super E10 als neue Hauptsorte durchzusetzen, hat der Staat das herkömmliche Super mit Strafsteuern belegt. Und diese Strafzahlung wälzen die Mineralölkonzerne auf die Kunden ab.
An vielen Tankstellen verkaufen sie als Alternative zu E10 sogar nur noch ihr teures Luxusprodukt Superplus. Das normale Super wird es bald kaum noch geben, obwohl eine Verordnung vorschreibt, dass Ottokraftstoff mit 5 Prozent Ethanol in der „Qualität Super“ weiter angeboten werden muss. Der Cheflobbyist der Mineralölwirtschaft legt die Vorschrift in seinem Interesse aus.

Klaus Picard, Mineralölwirtschaftsverband: „Die Verordnung schreibt nicht vor, sondern umgekehrt, sie erlaubt auch, dass ich unter dem Begriff Super eine bessere Sorte, eine höhere Qualität anbiete, und somit ist dieses Verhalten völlig legal.“

Doch manche Autofahrer möchten gar nicht diese höhere Qualität tanken, sondern das herkömmliche Super. An den Tankstellen gäbe es aber keine zusätzlichen Tanks und aus technischen Gründen wäre das Angebot einer zusätzlichen Sorte nicht möglich, so Klaus Picard.

Zumindest würde es sich nicht rechnen. Die Kunden zahlen nicht nur die Zeche, sie werden auch schlecht informiert. Ein unauffälliger Hinweis an der Zapfsäule, so klein, dass ihn kaum einer bemerkt.
Geradezu fahrlässig steht an einer Berliner Aral-Tankstelle oben an einer Zapfsäule „Super E10“, an der Zapfpistole aber fehlt das „E10“. Daneben eine Zapfpistole mit der Aufschrift „Benzin 91“. Erst wer weiter hochschaut, entdeckt, dass es sich um Super E10 handelt. Ein Autofahrer erfährt erst durch PLUSMINUS, dass er zur falschen Sorte gegriffen hat.

Echte Effekte?

Angst, Ärger, Verwirrung der Autofahrer würden immerhin dem Klima helfen, behauptet das Bundesumweltministerium. Biokraftstoff verursacht „weniger Treibhausgase“ und verbraucht „geringere Mengen Erdöl“. Doch Umweltschützer bezweifeln, ob die Beimischung aus Getreide und Zuckerrüben wirklich zum Klimaschützer taugt. Denn Transport und Verarbeitung kosten Energie und der Anbau würde gigantische Flächen fressen.

Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des NABU: „Wenn die Biokraftstoffziele der EU erfüllt werden müssten, bräuchten wir in Europa eine Fläche von fast 70.000 Quadratkilometern. Das ist in etwa die Fläche doppelt so groß wie Belgien, die nur dafür bereitgestellt werden müsste, dass man auf diesen Flächen Pflanzen anbaut für Biokraftstoffe.“

Dazu kommt: Ethanol ist nicht so leistungsstark wie der Sprit aus Erdöl. Wer mit Super E10 fährt, verbraucht fast zwei Prozent mehr Kraftstoff und stößt mehr Kohlendioxid aus.

Super E10 scheint ein fragwürdiges Projekt, unausgegoren und schlecht geplant. Ein Projekt, das Millionen Autofahrer in Deutschland finanzieren müssen.
Adressen & Links

Deutsche Automobiltreuhand DAT
Eine Liste der Fahrzeuge mit dem Stand der Freigaben und Kontaktdaten der Hersteller
www.dat.de/e10


Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC)
bietet eine Online-Suche zu den freigegebenen Fahrzeugen an:
www.adac.de/e10


Mehr Bio im Benzin - Worauf Sie achten müssen!
Faltblatt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
www.bmu.bund.de/verkehr/downloads/doc/46617.php

Quelle: daserste | plusminus

Offline rekivo

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Re:Rückschau: Biosprit E10
« Antwort #1 am: 06. Januar 2016, 11:04:52 »
Ein paar Jahre später... Was ist passiert? Wieviele Motoren sind kaputt gegangen? Keiner?