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Zweijähriger Feldtest Elektro-Wärmepumpe (Lahr)

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Offline parcus

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Zweijähriger Feldtest Elektro-Wärmepumpe (Lahr)
« am: 04. Juli 2009, 20:44:29 »
Lokale Agenda-Gruppe 21 Energie in Lahr (Schwarzwald)

In einem zweijährigen “Feldtest Elektro-Wärmepumpen” von 2006 - 2008,
untersucht sie den Stand heutiger Wärmepumpentechnik,
deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit am Oberrhein.

Abschlussbericht pdf 1,0 MB

Quelle: Lokale Agenda 21 - Gruppe Energie in Lahr (Schwarzwald)
« Letzte Änderung: 04. Juli 2009, 20:59:46 von H.-P. Ambros »

Offline pada01

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Re: Zweijähriger Feldtest Elektro-Wärmepumpe (Lahr)
« Antwort #1 am: 25. November 2009, 21:39:49 »
Guten Abend Herr Ambros,

die Studie über die Wärmetauscher ist sehr interessant.
Wir möchten uns ein Fertighaus mit Luft- Wärmepumpe-Direktheizung bauen lassen.
Jedoch sind wir nach dem Feldtest ins Grüblen gekommen, ob eine Luft- Wärmepumpe das Richtige ist.

Können Sie uns bei diesem Thema vielleicht weiterhelfen.

Freundliche Grüße
Patrick Dankel

Offline parcus

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Re: Zweijähriger Feldtest Elektro-Wärmepumpe (Lahr)
« Antwort #2 am: 25. November 2009, 23:14:15 »
Hallo Herr Dankel,

eine Luft- Wärmepumpe kann in bestimmten Anwendungsfällen schon Sinn machen.

Attraktiv macht diese Wärmepumpen der verhältnismäßig günstige Anschaffungspreis.
Wenn also ein Gebäude wie ein Passivhaus ohnehin einen geringen Energiebedarf hat,
dann fallen selbst höhere Bertiebskosten ( Stromkosten ) nicht so ins Gewicht.
Die Stromkosten entstehen insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen und bei der
Vereisung des Verdampfers. Oft werden hier elektrische Heizstäbe eingesetzt.
Um dem entgegen zu wirken, werden gerne zusätzlich Erdwärmetauscher, Invertertechnik
oder sogenannte Split-Wärmepumpen eingesetzt.

Hierdurch steigen aber auch die Anschaffungskosten der LWP, sodass für die Amortisation
über die Lebensdauer der LWP auch der steigende Strompreis zu berücksichtigen ist.

Generell gilt natürlich erst einmal die Heizlast nach EN12831 zu ermitteln.

Dann sollten Sie eine Flächenheizung für Boden oder Wand vorsehen, um die Vorlauftemperatur möglichst niedrig zu halten.

Für die Anschaffungskosten ist die Jahresarbeitszahl (JAZ Wert) sehr wichtig, hier können für effiziente
Wärmepumpen die BAFA Richtlinien herangezogen werden.

D.h. in Ihrem Fall eines Neubaus mit LWR also min. 3.5 , was aber auch schon gleich viele LWP scheitern lässt.
Wenn eine LWP in der Praxis 3.0 bringt, kann man jedoch schon zufrieden sein, was aber nicht heißen soll, das dieser Wert gut wäre.
Derzeit ist eine Wärmepumpe je nach Strompreis mit einem JAZ von 2.5 bis 2.7 bereits nicht zu empfehlen, da hier die Kosten von Gas und Öl liegen.

Bitte lassen Sie sich hier nicht durch COP Werte irritieren, diese sagen nichts verbindlich aus und liegen deutlich unter dem JAZ. 
Das können bei LWP auch schon mal 30% unter dem JAZ sein !

Je nach Heizlastberechnung bzw. energetischen Standard Ihres zukünftigen Hauses, ist es immer Interessant auch Alternativen in Betracht zu ziehen.

Derzeit schneiden Direktverdampfer-Wärmepumpen mit einem JAZ von über 5.5  gut in Testberichten ab. (2 Tests sind hier hinterlegt)
Diese 2-Kreis WP benötigen keine Pumpe und kommen bei Neubauten mit einer 1:1 Kollektorfläche aus.

Diese Grundstücksfläche steht natürlich nicht immer zur Verfügung. Sodass ggf. die Wahl auf Erdsonden WP fallen kann.
( hier schneiden derzeit die CO² Erdsonden mit einem JAZ um 6.0 sehr gut ab)
Jedoch sind hier wasserschutzrechtliche Fragen, wie bei einem Kollektor, insbesondere bei Bohrungen über 100m zu beachten.
Interessant sind hier zudem kostengünstige Bohrverfahren wie das GeoJetting.

Ganz wichtig bei LWP ist der Geräuschpegel. Insbesondere bei kleinen Abstandsflächen, die oft nur 6m betragen, darf der Schallpegel 1m vor Nachbars Fenster nicht sehr hoch sein. Hecken oder dergleichen nützen hier i.d.R. nicht viel, da diese in vielen Bebauungsplänen niedrig zu halten sind. D.h. die LWR sollte im "Schallschutzmodus" nicht mehr als 35 dB produzieren. Hier gilt es aber wieder, sich die Leistungsdaten (JAZ) bestätigen zu lassen. Auch kann hier die Fassadenoberfläche des Nachbargebäudes den Schallpegel bis zu 5% aufwerten.


Sie sehen es hängt von vielen Faktoren ab, welche WP die optimale Lösung darstellt.

Die Heizlast ist natürlich immer ein Resultat des Gebäudestandards, also ggf. auch der Lüftungstechnik und Wärmerückgewinnung.

Haben Sie nähere Informationen zu dem Fertighaus ?

LG H.-P. Ambros

« Letzte Änderung: 25. November 2009, 23:36:10 von H.-P. Ambros »