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Klimagipfel Cancun weist den Weg für neue Klimaschutzdynamik

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Offline parcus

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Überraschend positive Einigung beim Klimagipfel.

In einer dramatischen Nachtsitzung hat der Klimagipfel in Cancun heute - auch Dank der souveränen Verhandlungsführung der mexikanischen Außenministerin Espinosa - wichtige Klimaschutzpakete verabschiedet: zum Schutz des Regenwaldes, für die Anpassung an den Klimawandel der verwundbaren Staaten, zum Technologietransfer und für einen grünen Fonds, der all diese Maßnahmen finanzieren soll.

Die Grundpfeiler für einen globalen Klimaschutzvertrag sind gelegt worden - auch wenn Bolivien sich als einziges Land bis zum Ende quer stellte:

    * Einrichtung eines Klimaschutzfonds
    * Festlegung der Grenze der Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius
    * Sicherung von Biodiversität
    * Sicherung der Rechte Indigener Völker

Zum ersten Mal wurde das Zwei-Grad-Limit in der UN offiziell von allen Staaten als die angestrebte Höchstgrenze für den Temperaturanstieg akzeptiert.

Die unzureichenden Selbstverpflichtungen der Industriestaaten von Kopenhagen  führen zu einem Temperaturanstieg von drei bis vier Grad bis Ende des Jahrhunderts. Sie sollen bis 2015 so nachgebessert werden, dass die Lücke zum Zwei-Grad-Ziel geschlossen wird.

"Der UN-Klimaprozess hat gezeigt, dass er in der Lage ist, wegweisende Ergebnisse zu erzielen. Darauf gilt es im nächsten Jahr, beim Klimagipfel in Südafrika aufzubauen. Die Langfristfinanzierung für Klima- und Regenwaldschutz sowie Anpassung werden dabei ebenso wie die rechtliche Form des Abkommens im Zentrum stehen", erklärt Klaus Milke, Vorsitzender von Germanwatch.

"Zugleich hat man aber auch gesehen, dass der konsensorientierte UN-Prozess mit einer im internationalen Klimaschutz weitgehend handlungsunfähigen US-Regierung nicht alleine die notwendige Dynamik im internationalen Klimaschutz erzeugen kann. Dazu bedarf es zusätzlich Vorreiterkoalitionen zwischen Staaten, Kommunen und Unternehmen", ergänzt Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Handeln, Verhandeln, Koalitionen ist der notwendige Dreischritt."

Quelle: Germanwatch

Offline parcus

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Re: Klimagipfel Cancun weist den Weg für neue Klimaschutzdynamik
« Antwort #1 am: 13. Dezember 2010, 16:19:57 »
Auf der 16. UN-Klimarahmenkonferenz in Cancún, Mexiko,
haben sich die Staaten neben dem Bekenntnis zum
2-Grad-Ziel auch auf die Einrichtung eines Klimaschutzfonds und ein
Abkommen zum Schutz bestehender Waldgebiete geeinigt. Zudem soll eine neue
Institution zur Anpassung an die Klimafolgen eingerichtet und das
Kyoto-Protokoll über 2012 hinaus fortgeschrieben werden. "Die Inhalte der
Cancún-Erklärungen zum Klimaschutz sind mit Blick auf die reale
CO2-Entwicklungsdynamik weiterhin nur heiße Luft", sagte IWR-Direktor Dr.
Norbert Allnoch angesichts der Ergebnisse von der Konferenz. Die
CO2-Emissionen werden nach einer IWR-Prognose im Jahr 2010 wegen des
Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern und der Erholung in den
Industriestaaten voraussichtlich um über 700 Mio. t auf ca. 32 Mrd. t
steigen und erneut ein Rekordniveau erreichen. Im Jahr 2009 sind die
weltweiten CO2-Emissionen wegen der Wirtschaftskrise lediglich leicht auf
31,1 Mrd. t (2008: 31,5 Mrd. t) gefallen. Während in Europa die
CO2-Emissionen 2009 um 6,4% zurückgingen, stiegen sie in China, Indien
oder den Ländern des Nahen Ostens kräftig an.

   Im Jahr 1990, dem Bezugsjahr für das Kyoto-Protokoll, lag der weltweite
CO2-Ausstoß noch bei 22,7 Mrd. t. Wird das von den UN erwartete weltweite
Bevölkerungswachstum auf 9 Mrd. Menschen bis 2050 berücksichtigt und kann
der aktuelle pro Kopf Ausstoß von 4,6 t konstant gehalten werden, so
steigen allein durch das Bevölkerungswachstum die CO2-Emissionen auf
jährlich ca. 42 Mrd. t an, so das IWR. Allnoch: "Mit Blick auf die
erfreulicherweise rasante wirtschaftliche Entwicklung in Ländern wie
China, Indien oder Brasilien können die Emissionen, bei einem linearen
Anstieg bis 2050 auf durchschnittlich 6 t pro Kopf, aber auch auf 54 Mrd.
t pro Jahr ansteigen. Die tatsächliche Emissionsentwicklung und die
Klimakonferenzen zeigen im Ergebnis klar auf, dass der
Kyoto-Begrenzungsmechanismus im Zusammenhang mit dem Konsensprinzip nicht
funktioniert", so Allnoch weiter. Feste Emissionsminderungsziele werden in
vielen Staaten abgelehnt, vor allem aus Sorge um die Verlagerung von
Arbeitsplätzen. Allnoch: "Wir brauchen ein intelligentes
Investitionsmodell in Verbindung mit umweltfreundlichen Techniken und
keine Begrenzungsansätze, die jedes Land später durch eigene
Interpretationsauslegungen umgehen kann. Der CERINA-Plan (CO2-Emissions
and Renewable Action Plan) kann an diesem Punkt helfen, ein solches
Abkommen zu ermöglichen, da der vorgeschlagene Investitionswettlauf die
starre Emissionsbegrenzungslogik aufbricht."

Alle Informationen zum CERINA-Plan in 15 Sprachen online unter http://www.cerina.org.

Quelle: iwr