Bei größeren Netzwerkprojekten würde ich die Entscheidung für ein LWL Kabel nicht nur an der maximalen Geschwindigkeit festmachen. Mindestens genauso wichtig sind die geplante Strecke, die eingesetzten Transceiver, die vorhandenen Anschlüsse und die Frage, ob die Verkabelung später noch erweitert werden soll. Gerade bei längeren Distanzen kann eine falsche Wahl schnell unnötig teuer werden oder später Grenzen setzen.
Hilfreich finde ich deshalb, sich zuerst mit den unterschiedlichen Fasertypen und ihren Reichweiten zu beschäftigen. Unter
https://www.glasfaserkabel.de/Reichweite-der-LWL-Fasertypen:_:24.html bekommt man dazu einen guten Überblick. Wenn klar ist, welche Entfernung überbrückt werden muss und welche Übertragungsrate geplant ist, lässt sich meist schon recht gut eingrenzen, ob Multimode überhaupt noch sinnvoll ist oder ob Singlemode die bessere langfristige Lösung darstellt.
Bei einem Projekt mit Zukunftsperspektive würde ich außerdem nicht nur den aktuellen Bedarf betrachten. Wenn heute zum Beispiel 10 Gigabit reichen, kann es sinnvoll sein, trotzdem so zu planen, dass spätere Upgrades ohne komplette Neuverkabelung möglich bleiben. Gerade die Kabel selbst liegen oft viele Jahre, während aktive Komponenten deutlich schneller ausgetauscht werden.
Wichtig ist am Ende, dass Faserart, Stecker, Module und Strecke zusammenpassen. Wenn eines davon nicht sauber abgestimmt ist, hilft auch das hochwertigste Kabel wenig. Genau deshalb würde ich die Auswahl immer vom gesamten Übertragungsweg her denken und nicht nur vom Kabel allein.