Seit wir Ende letzten Jahres eingezogen sind, hab ich neun Kilo mehr auf der Waage als vorher. Das kommt nicht von irgendwo, die ganze Bauzeit über gab es bei uns mittags Döner oder Bäcker und abends dann irgendwas Schnelles, weil nach acht Stunden Eigenleistung keiner mehr Lust hatte zu kochen. Dazu Bier auf der Baustelle mit den Nachbarn und die ewigen Kuchen von der Schwiegermutter. War alles nachvollziehbar, aber jetzt ist die Bude fertig und ich krieg es nicht mehr runter.
Das Blöde ist, ich bewege mich eigentlich nicht weniger als früher. Ich bin auf Arbeit viel unterwegs, geh mit dem Hund zweimal am Tag raus, im Garten ist auch noch genug zu tun. Trotzdem passiert überhaupt nichts. Ich hab im Februar sechs Wochen konsequent weniger gegessen, abends nur Salat und mittags eine Kleinigkeit, und es sind ganze eineinhalb Kilo weggegangen. Danach war ich so ausgehungert, das ich innerhalb von zwei Wochen alles wieder drauf hatte. Btw hatte ich in der Zeit auch dauernd schlechte Laune und war abends um neun schon fertig.
Mein Vater meint, mit Mitte vierzig würde das eben alles langsamer laufen im Körper und da müsse man sich dran gewöhnen. Ka ob das wirklich stimmt oder ob das nur so eine Ausrede ist, die sich Leute erzählen. Mein Arzt hat mir Blut abgenommen, da war nichts auffällig, Schilddrüse in Ordnung, Zucker in Ordnung. Er hat nur gesagt, weniger essen und mehr bewegen, was mir jetzt nicht so richtig weiterhilft, weil genau das ja schon nicht funktioniert hat.
Was mir ngl am meisten zu schaffen macht, ist dieser Hunger am Nachmittag. So gegen vier fällt bei mir die Klappe und dann könnte ich den Kühlschrank leer machen. Meistens sind es dann Kekse oder ein Brot mit Wurst. Am nächsten Tag das gleiche Spiel.
Gibt es hier Leute, die das nach der Bauphase auch hatten und wieder rausgekommen sind? Mich interessiert vor allem, was beim Essen konkret geändert wurde und nicht nur weniger Kalorien.