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Heidelbeeren, Preiselbeeren und Moosbeeren pflanzen und düngen

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Offline parcus

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Heidel-, Preisel- und Moosbeeren stellen besondere Ansprüche an den Boden, die unbedingt beachtet werden müssen, damit die Sträucher gesund wachsen und reich tragen.
Der Wasserbedarf ist hoch. Bei Trockenheit treiben sie zu wenig, bilden unzureichend Blütenknospen und sterben z. T. ab. Trotzdem sind Heidel- , Preisel- und Moosbeeren keine Sumpfpflanzen. Bei Staunässe werfen sie die Blätter ab und gehen ein. Ein verdichteter Untergrund (z. B. durch Baumaßnahmen oder Ortsstein) muß vor der Pflanzung aufgebrochen werden, damit das Regenwasser zügig in tiefere Schichten sickern kann. Günstig für die Wasserversorgung ist ein hoher Grund- wasserstand von etwa 30 - 90 cm unter der Bodenoberfläche. Bei zu tief stehendem Grundwasser muß während des Sommers öfters gegossen werden.
Heidel-, Preisel- und Moosbeeren lieben einen stark humosen Boden (der optimale Humusgehalt liegt bei 70 %). Diese Werte erreichen nur Moorböden. Dagegen besitzen Gartenböden gewöhnlich einen Humusgehalt von unter 5 %. Der Humus verbessert die Eigenschaften des Bodens, er speichert Wasser und schafft gleichzeitig luftführende Poren.
Zudem sollte der Boden sauer sein, d. h. einen niedrigen pH-Wert von 4,5 bis 5,5 besitzen. Im Vergleich dazu weisen Gartenböden einen pH-Wert um 6,5 auf. Der Humus wird bei saurem Boden sehr langsam von den Bodenlebewesen abgebaut, er bleibt daher lange erhalten.

Pflanzen:
Für die Pflanzung eines Heidelbeerstrauches wird eine Pflanzgrube von 1,50 m Länge und 1,50 m Breite 50 - 60 cm tief ausgehoben. Mehrere Sträucher können auf ein Beet mit einem Abstand von 1,20 - 1,50 m gepflanzt werden. Ein Drittel des Erdaushubs ist mit organischem Material gut zu vermischen. Auf ein wenig Torf zur Bodenverbesserung kann bei Heidel- Preisel- und Moosbeeren nicht verzichtet werden. Zur Ergänzung bietet sich Waldhumus (Waldbesitzer vorher fragen!), verrottetes Eichenlaub und vor allem vermodernde Holzabfälle, Sägespäne oder -mehl an. Bei schweren Böden sollte zusätzlich etwas Sand zugegeben werden. Nach dem Einfüllen der Erdmischung und dem Pflanzen wird der Strauch kräftig angegossen.

Düngen:
Erst nach dem Anwachsen und Treiben des Strauches, etwa einen Monat nach Pflanzung, wird vorsichtig gedüngt. Bei zu hoher Düngung kommt es zu braunen Blattspitzen und -rändern. Entsprechend dem Nährstoffbedarf (siehe Tabelle 1) kann mit mineralischen Einzel- oder Volldüngern oder mit organischen Düngern gedüngt werden. Ab dem 2. Standjahr erhalten die Sträucher zwei Drittel der empfohlenen Düngermenge nach dem Austrieb im April/Mai und das restliche Drittel Anfang Juni.

Jährliche Düngung mit Einzeldüngern:
14 g / m² Schwefelsaures Ammoniak oder 11 g / m² Ammonsulfatsalpeter und
11 g / m² Superphosphat und
17 g / m² Kalimagnesia
Jährliche Düngung mit mineralischem Volldünger:
25 g / m² Nitrophoska blau (12-12-20)
Düngung mit organischen Düngern:
1 - 2 kg / m² Stallmist alle 3 Jahre oder 37,5 g / m² Hornoska spezial (8-7-10-1,5) jährlich


Tabelle 1: Rein-Nährstoffbedarf von Heidelbeeren pro m² und Jahr

Mulchen:
Jährlich ist der Boden mit Humus zu versorgen. Wenn keine organischen Dünger wie Stallmist, Horn- und Blutmehle ausgebracht wurden, empfiehlt es sich mit Sägespänen zu mulchen.Eine etwa 5 - 10 cm dicke Mulchschicht verhindert Unkrautbewchus und schützt den Boden vor Verschlämmung. Besonders die feinen Saugwurzeln der Heidelbeeren wachsen gerne unter der Humusschicht, weil dort die Erde stets locker und feucht ist. Als Ersatz für Sägespäne bietet sich Stroh und Eichenlaub an. Dagegen sollte Rindenmulch sparsam verwendet werden, da speziell für Moorbeetpflanzen der pH-Wert noch zu hoch liegen könnte. Hier sind Holzspäne mit einem pH-Wert von 3,5 - 4 günstiger. Sowohl bei wenig verrottetem Rindenmulch als auch bei Holzspäne muß auf die Stickstoff-Festlegung Rücksicht genommen werden.

Quelle: Institut für Gartenbau
Ute Renner, Dipl. Ing. (FH) Gartenbau