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In Deutschland fallen die Strompreise – nur nicht für Verbraucher

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Offline parcus

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Die Strompreise sind in Deutschland auch im Juni 2012 weiter gefallen – allerdings nur für Stromeinkäufer an der Börse
und nicht für die Endverbraucher. "Der Trend an der Börse zeigt gegenüber dem Vorjahr einen kräftigen Rückgang der Strompreise", sagt der Direktor
des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) Dr. Norbert Allnoch in Münster. Das IWR hat die Preise an der europäischen
Strombörse ausgewertet. Grundlaststrom in Deutschland ist auf dem Spotmarkt danach im Juni mit 3,9 Cent (Juni 2011: 5,2 Cent) pro
Kilowattstunde so günstig gewesen wie seit Ende 2009 nicht mehr. Selbst der Preis für teureren Spitzenlaststrom, der die Zeiten mit dem höchsten
Strombedarf abdeckt, lag im Juni 2012 mit 5,0 Cent je Kilowattstunde um mehr als 19 Prozent unter dem Vorjahreswert  Juni 2011: 6,2 Cent).

Auch mit Blick in die Zukunft sinken die Strompreise derzeit, zumindest an der Börse. Dies belegt die Preisentwicklung am Terminmarkt, auf dem heute
schon Strom für die nächsten Jahre ge- und verkauft wird. Der Future-Preis für die Stromlieferung im Jahr 2013 fällt im Juni deutlich unter 5 Cent
pro Kilowattstunde und markiert ein neues Rekordtief seit 2007. Die Preisrückgänge an der Strombörse gehen vor allem auf die steigenden Mengen
an Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) zurück. Die Situation wird aber immer paradoxer. Allnoch: "Alle erwarten steigende Strompreise, aber trotz
des Atomausstiegs sehen wir an den Börsen teilweise Strompreis-Rekordtiefs. Davon hat der Haushalts-Stromkunde bisher nichts,
denn die Stromversorger geben die Preissenkungen durch erneuerbare Energien nicht entsprechend an die Verbraucher weiter."

Weil die Strompreise aber so stark sinken, steigt gleichzeitig die EEG-Umlage, die nach Berechnungen des IWR in diesem Jahr allein wegen des
aktuellen Strompreis-Senkungseffekts voraussichtlich um eine Milliarde Euro höher ausfallen wird. Allnoch: "Der eingeführte Mechanismus zur
Vermarktung des EEG-Stroms an der Börse funktioniert nur in der Theorie.
Das Ziel, dass sich fallende Einkaufs-Strompreise und die dadurch steigende EEG-Umlage unter dem Strich ausgleichen und damit für den
Verbraucher eigentlich preisneutral wirken, lässt sich in der Praxis nicht beobachten." Daher gehört der EEG-Vermarktungs-Mechanismus laut Allnoch
dringend auf den Prüfstand, damit die Preissenkungen durch Erneuerbare Energien den Verbrauchern auch tatsächlich zugutekommen.

Quelle: IWR