Wann braucht man eine Dampfsperre und wann reicht eine Dampfbremse aus?
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Wann braucht man eine Dampfsperre und wann reicht eine Dampfbremse aus?

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Offline Lillyyy33

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Hallo,

ich plane eine Dämmung und beschäftige mich gerade mit dem richtigen Schutz vor Feuchtigkeit. Dabei stoße ich immer wieder auf Dampfsperren und Dampfbremsen. Beide sollen verhindern, dass zu viel Feuchtigkeit aus der Raumluft in die Dämmung gelangt, allerdings verstehe ich noch nicht genau, wann welche Variante eingesetzt werden sollte. Könnt ihr mir den Unterschied erklären?

Offline MayaK

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Hallo,

der wesentliche Unterschied zwischen Dampfsperre und Dampfbremse liegt im Widerstand gegenüber Wasserdampfdiffusion. Dieser wird über den sogenannten sd-Wert beschrieben. Je höher dieser Wert ist, desto weniger Wasserdampf kann das Material passieren. Nach der von ALFiPa erläuterten Einteilung gemäß DIN 4108-3 gelten Materialien mit einem sd-Wert zwischen 0,5 und 1.500 Metern als diffusionshemmend beziehungsweise als Dampfbremse. Ab 1.500 Metern werden sie als diffusionsdicht beziehungsweise Dampfsperre eingestuft.

Bei einer Dampfsperre werden häufig echte Metallfolien wie Aluminiumfolie verwendet, weil diese einen sehr hohen Diffusionswiderstand erreichen können. Dampfbremsen bestehen dagegen beispielsweise aus metallisierten Kunststofffolien und lassen in begrenztem Umfang Wasserdampf passieren. Dadurch kann abhängig vom jeweiligen Aufbau auch eine Rücktrocknung der Konstruktion ermöglicht werden.

Wer sich ausführlicher mit den unterschiedlichen Materialien und Einsatzbereichen beschäftigen möchte, findet bei ALFiPa eine Übersicht zur Dampfsperre und Dampfbremsen. Dort werden neben dem Unterschied beim sd-Wert auch verschiedene Materialien und Anwendungen im Bauwesen sowie in industriellen Bereichen erläutert.

Entscheidend ist außerdem die fachgerechte Verarbeitung. Dampfsperren und Dampfbremsen müssen entsprechend dem geplanten Bauteilaufbau luftdicht und mit sorgfältig abgedichteten Anschlüssen beziehungsweise Überlappungen verlegt werden. Undichtigkeiten können dazu führen, dass feuchtwarme Luft in die Dämmung gelangt und dort kondensiert. Mögliche Folgen sind Feuchteschäden, Schimmel oder eine schlechtere Dämmwirkung.

Welche Variante für ein konkretes Dach, eine Wand oder einen Boden geeignet ist, sollte deshalb nicht allein anhand eines möglichst hohen sd-Wertes entschieden werden. Der gesamte Bauteilaufbau und die Möglichkeiten zur Austrocknung müssen berücksichtigt werden.